Antirassismus in der Zwickmühle zwischen Verdrängung und Expertentum

In Zeiten von HoGeSa und Pegida scheint es so, als sei die antirassistische Theoriebildung und Praxis der letzten Jahrzehnte ein vergeblicher Kampf gegen Windmühlen gewesen. Manche erinnert die jetzige Situation an den Anfang der 1990er Jahre, als in Deutschland rassistische Brandanschläge an der Tagesordnung waren und Politiker_innen und Medienmachende ungezügelt menschenfeindliche Äußerungen tätigen konnten. Gerade der Verweis auf die 1990er Jahre zeigt allerdings auf, dass die Schwierigkeiten von antirassistischer Theorie und Praxis keine neuen Erscheinungen sind, sondern vielmehr auf länger existierende Probleme zurückgehen.

Kein Rassismus, nirgends: Marginalisieren, relativieren, kleinreden

Die derzeitige Resignation von Antirassist_innen hat durchaus einen wahren Kern. Für die deutsche Mehrheitsgesellschaft war es und ist es sehr einfach möglich, den Rassismus hierzulande weg- oder zumindest kleinzureden. Weder die von Rassismus Betroffenen noch diejenigen, die sich mit ihnen solidarisieren, verfügen über so viel politische oder mediale Macht, um eine intensive gesellschaftliche Auseinandersetzung um Rassismus in Deutschland zu erzwingen.

Weiterlesen: Antirassismus in der Zwickmühle zwischen Verdrängung und Expertentum. In: Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung: Extreme Rechte und antiziganistische Stimmungsmache. Analyse und Gefahreneinschätzung am Beispiel Duisburg. Duisburg, 2015.