Archiv für Dezember 2015

arte-Interview: Russland beschuldigt die Türkei, den IS zu unterstützen

„Am Rande des Klimagipfels in Paris hat Russlands Präsident Wladimir Putin der Türkei Komplizenschaft mit der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vorgeworfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wies diese Vorwürfe vehement zurück. Seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkischen Streitkräfte am 24. November verschärft sich die diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern. Könnte es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Staaten kommen? ARTE Info hat den Politikwissenschaftler Ismail Küpeli nach seiner Einschätzung gefragt.“

Weiterlesen: arte-Interview am 1. Dezember 2015

Interview: Krieg gegen kurdische Bevölkerung im Gesamten – „Von Wegschauen der EU und Deutschlands zu sprechen wäre Beschönigung“

Interview mit Radio Dreyeckland (18. Dezember 2015):

„Krieg herrscht aktuell nicht nur in Syrien, sondern ganz offenbar auch im Nato Land Türkei. Ausgangssperren und Panzereinsatz sind an der Tagesordnung in den kurdischen Gebieten. Über die aktuelle Lage, die Raktion der PKK auf die türkischen Militäreinsätze und das Verhalten der EU gegenüber der AKP Regierung sprachen wir mit dem Politikwissenschaftler und freien Journalisten Ismail Küpeli. Wie ist die Lage aktuell in den kurdischen Gebieten?“

Kurdische Städte erneut unter Belagerung

Großeinsatz von Armee und Polizei in südöstlicher Provinz Sirnak / Kriegsähnliche Zustände

Die türkische Armee hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass in den Städten Cizre und Silopi über 20 Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) getötet worden seien. Die Nachrichtenagentur Anadolu nennt die Zahl 25. Kurdische Quellen sprechen dagegen von getöteten Zivilisten und von Angriffen der Armee auf die Bevölkerung. Zuverlässige Berichterstattung ist seit langem nicht mehr möglich.

Weiterlesen: Neues Deutschland (18. Dezember 2015)

Türkischer Nationalismus in Deutschland: Gemeinschaft und Identität im Migrationskontext

Die politischen Konflikte in der Türkei spiegeln sich auch in Spannungen zwischen türkeistämmigen Migranten in Deutschland. Nationalistische und rechtsextreme Organisationen wie die „Grauen Wölfe“ bieten gerade für Jugendliche Identitäts- und Gemeinschaftsangebote, die sich auf eine mythisch überhöhte Geschichte des „Türkentums“ berufen. In seinem Artikel gibt Ismail Küpeli einen Überblick über türkisch-nationalistische Organisationen in Deutschland und fasst deren ideologischen Besonderheiten zusammen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Rechte und rechtsextreme türkisch-nationalistische Strömungen und Organisationen sind in Deutschland keine Neuheit. Seit Jahrzehnten sind türkische Nationalisten und Rechte auch in Teilen der türkeistämmigen Bevölkerung aktiv – und dies weitgehend ungestört. Ein Grund für das mangelnde Interesse ist der oft nicht-öffentliche Charakter ihrer Aktivitäten. Statt auf Demonstrationen und Kundgebungen konzentrieren sich diese Organisationen weitgehend auf interne Vereins- und Stadtteilarbeit. Dabei gelingt es türkischen Rechtsextremisten immer wieder, sich dem jeweiligen Feld anzupassen. Gegenüber einem türkischsprachigen Publikum werden die eigenen Inhalten offen propagiert, im öffentlichen Erscheinungsbild und in deutschsprachigen Verlautbarungen legen sie dagegen Wert, den Anschein eines „ganz normalen“ Moscheevereins zu wahren, dessen vereinsinterne Arbeit und Aktivitäten im Stadtteil keinerlei politischem Anspruch folgen. Ohne Kenntnisse der entsprechenden Netzwerke, Organisationen, Symbole und Codes fällt es schwer, rechtsextreme türkische Akteure und deren Aktivitäten zu erkennen und einzuordnen.

Weiterlesen: ufuq.de: Türkischer Nationalismus in Deutschland: Gemeinschaft und Identität im Migrationskontext (19. November 2015)

Erpressung lohnt sich

In der Türkei hat die Regierungspartei AKP bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit erreicht

Die Oppositionszeitung Cumhuriyet titelte am Tag nach der Wahl »Die Angst siegt« und fasst damit die überraschenden Ergebnisse recht gut zusammen. Denn die türkischen Parlamentswahlen vom Sonntag waren ein großer Erfolg für die Regierungspartei AKP, die mit 49 Prozent der Stimmen alle Erwartungen übertroffen hat. Sie verfügt nun über mehr als 312 Sitze im Parlament und hat eine komfortable Mehrheit für eine nur von ihr gestützte Regierung. Damit hat die AKP es geschafft, die Verluste bei den Wahlen vom 7. Juni, als sie nur rund 40 Prozent der Stimmen erhielt und die Regierungsmehrheit verlor, wieder gutzumachen.

Weiterlesen in: Jungle World (5. November 2015)

„Die Lage im Land ist angespannt“

Gönül Eğlence ist Politikerin der Grünen in Essen und Ansprechpartnerin für Frauenpolitik, Kultur und Teilhabe. Sie war unmittelbar vor dem Anschlag in Ankara mit anderen Politikern der Grünen in der Türkei zu Besuch, vor allem an Orten mit syrischen und irakischen Flüchtlingen. Nach dem Anschlag reiste sie nach Ankara. Mit ihr sprach die Jungle World über die derzeitige Lage in der Türkei und die Beziehungen der Landes zur Europäischen Union.

Weiterlesen in: Jungle World (22. Oktober 2015)

EU und die Türkei: Aktionsplan gegen Flüchtlinge

Wenn am Sonntag die Staats- und Regierungschefs der EU den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Brüssel empfangen, wird es zwar im Wesentlichen um Flüchtlinge gehen, nicht aber um ihre Interessen. Längst nicht mehr der Schutz der Menschen, die vor Krieg und Armut fliehen, steht im Mittelpunkt, sondern, wie die EU die Türkei dazu bringen kann, als Vorposten der Festung Europa zu fungieren und die Flüchtlinge an der Weiterreise zu hindern.

Weiterlesen in: Neues Deutschland (28. November 2015)

Erdogans Griff um die Türkei wird fester

Die türkischen Parlamentswahlen waren ein großer Erfolg für die Regierungspartei AKP, die über 312 Sitze im Parlament erobern konnte und so eine komfortable Mehrheit für eine alleinige Regierung besitzt. Mit 49 Prozent erreicht die islamisch-konservative Partei wieder das Niveau ihrer Stimmenanteile der Wahlen von 2011. Am 7. Juni hatte sie nur rund 40 Prozent erhalten und damit die Regierungsmehrheit verloren. […]

Weiterlesen in: Neues Deutschland (2. November 2015)