Archiv für Februar 2019

Deutsche Welle: Öcalan und der anhaltende Kampf der PKK

[…] Für Ismail Küpeli, der sich in seinem aktuellen Buch „Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei“ genau diesem Thema widmet, gibt es zwischen YPG und PKK vor allem ideologische Verbindungen. „Wenn Sie sich in Rojava, in Nordsyrien, bewegen und in Büros der PYD oder YPG gehen, dann sehen Sie natürlich auch Bilder von Öcalan. Allerdings haben die syrischen Kurden andere Interessen und auch andere Erfahrungen mit dem Nationalstaat gemacht als die Kurden in der Türkei.“ Die Folge sei, dass die Kurden in Nordsyrien dem Assad-Regime gegenüber pragmatisch eingestellt seien. „Der Tenor ist: Man kann mit Damaskus verhandeln. Wenn man sich unterordnet, wenn man bestimmte Regeln befolgt, dann kann man Kompromisse finden“ – wie etwa, als Kurden im nordsyrischen Manbidsch Ende Dezember syrische Truppen um Hilfe gegen türkisches Muilitär gebeten haben. […]

Weiterlesen: Öcalan und der anhaltende Kampf der PKK (Deutsche Welle, 14. Februar 2019)

SRF: „Stunde der Wahrheit am Euphrat“

„Der von Donald Trump angekündigte Rückzug der USA aus Syrien hinterlässt ein Machtvakuum. Das syrische Regime und die Türkei beanspruchen es je für sich. Wahrscheinlichstes Opfer sind – einmal mehr – die Kurdinnen und Kurden. Ohne grosses Blutvergiessen hatten die Kurden im Norden Syriens zu Beginn des Bürgerkriegs ihre Autonomie von Damaskus abgerungen. Unter dem Schutz der kurdischen Milizen YPG und YPJ wurden drei selbstverwaltete «Kantone» eingerichtet: Cizire, Kobane und Afrin. Zusammengefasst nennen die Kurden das Gebiet «Rojava» – übersetzt «Sonnenuntergang» oder West-Kurdistan.In der vom «Islamischen Staat» eingekesselten Stadt Kobane begann Ende 2014 der Siegeszug kurdischer Milizen gegen den IS. Unterstützt wurden sie dabei von einer westlichen Allianz, inbesondere aus der Luft, am Boden auch von US-amerikanischen und französischen Spezialeinheiten. Der IS beherrscht inzwischen nur noch ein einziges Dorf an der Grenze zum Irak.

US-Präsident Trump will seine Truppen deshalb abziehen – und die bisherigen Verbündeten schutzlos den türkischen Drohungen aussetzen. Den ehemaligen Kanton Afrin haben islamistische Rebellen mit tatkräftiger Unterstützung der Türkei bereits besetzt. Jetzt will Erdogan mit seiner Armee östlich des Euphrats 32 Kilometer tief in syrisches Territorium eindringen und dort einen «Sicherheitsgürtel» schaffen. Die kurdische Forderung nach einem international überwachten Flugverbot scheint chancenlos. Das Ergebnis ist ein Wettlauf zwischen der Türkei und den Kurden um die Gunst von Syriens Präsident Assad.

Wer wird ihn gewinnen und sind die Kurden überhaupt bereit, ihre Autonomie wieder aufzugeben?

Florian Inhauser spricht in #SRFglobal mit

Ismail Küpeli, Historiker und Politologe, Uni Bochum
Taha Khalil, Journalist Ronahi TV, Qamishli
und Pascal Weber, SRF-Korrespondent Naher Osten, Beirut“

#SRFglobal: „Stunde der Wahrheit am Euphrat“ (SRF, 7. Februar 2019)