Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Interview: Die Türkei als Türsteher

„Man muss differenzieren“: Diesen Satz sagt Ismail Küpeli beim Gespräch in der TAGBLATT-Redaktion über die Türkei immer wieder. Wir redeten mit dem 37-jährigen Wissenschaftler über die politische Lage am Bosporus und über die Rolle Deutschlands.

ie Türkei liefert derzeit viele Schlagzeilen. „Der fürchterliche Freund“ titelte beispielsweise das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über Präsident Recep Tayip Erdogan und seinen „Feldzug gegen Freiheit und Demokratie“. Nicht zuletzt Erdogans harsche Reaktion auf ein Satire-Video der NDR-Sendung „extra 3“ – unter anderem ließ er den deutschen Botschafter einbestellen – werten Beobachter als autokratisch. „Diese Reaktion ist innenpolitisch in der Türkei nicht unüblich“, sagt Ismail Küpeli, und sie sei vergleichsweise „milde“ ausgefallen. Allerdings will der Politikwissenschaftler von der Ruhr-Universität in Bochum auch bei den Satire-Beiträgen der letzten Wochen differenzieren. Das Schmähgedicht von Jan Böhmermann auf das türkische Staatsoberhaupt gehe im Gegensatz zu der „extra3“-Satire nicht, sagt der 37-Jährige. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es im Gespräch mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu als „bewusst verletzend“ kritisiert.

Erdogan spaltet und lässt seine Macht spüren

Die Attacken gegen die Presse- und Meinungsfreiheit sind alles andere als milde. Im vergangenen Monat begann in Istanbul der Prozess gegen zwei Journalisten der Zeitung „Cumhuriyet“ – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Erdogan ist einer der Nebenkläger. Die Zeitung, nach Küpeli „die einzig übriggebliebene aus dem liberalen Spektrum“, steht unter massivem Druck. […]

Weiterlesen: Schwäbisches Tagblatt (8. April 2016)

Interview: Soziale Bewegungen und der türkisch-kurdische Krieg

Ismail Küpeli promoviert momentan an der Ruhr-Uni Bochum zum Thema „Kurdische Aufstände in der Türkei“. In der GWR Nr. 389 analysierte er „Das Erfolgsgeheimnis der AKP-Regierung in der Türkei“ als „Zuckerbrot für die einen, Peitsche für die anderen“. Im März 2016 interviewte GWR-Redakteur Bernd Drücke den telefonisch aus Duisburg zugeschalteten Autor für eine Radio Graswurzelrevolution-Sendung, die am 29. April ab 20:04 Uhr im Bürgerfunk auf Antenne Münster (95,4 Mhz., Livestream: www.antennemuenster.de) ausgestrahlt wird und (wg. GEMA leider ohne Musik) auch auf www.freie-radios.net/portal/content.php?id=75768 dokumentiert ist. Wir haben das Interview redaktionell überarbeitet und ergänzt. (GWR-Red.)

GWR: Du hast im September 2015 in der Edition Assemblage das Buch „Kampf um Kobanê – Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens“ herausgegeben. (1) Kannst Du uns dazu etwas erzählen?

Ismail Küpeli: Der Sammelband ist ein Versuch, eine Überlegung, die Debatte um die Situation in Nordsyrien zu beleuchten. Dort gibt es seit ungefähr drei Jahren ein Projekt, Rojava, das ist vielleicht manchen ein Begriff. Unser Ansatzpunkt war, ausgehend von dem medialen Interesse für die Schlacht um Kobanê, da auch tiefer in die inhaltlichen Debatten einzusteigen, was dort passiert und warum das vielleicht auch für Linke in Deutschland interessant sein könnte. Wir untersuchen, ausgehend von Rojava, die Lage in der Region, in Nordsyrien und der Türkei, und schauen uns auch an, inwiefern die Konflikte dort auch eng zusammenhängen. […]

Weiterlesen: Graswurzelrevolution (Nr. 408, April 2016)

Interview: „Der Eindruck, dass die genozidale Option zumindest verbal existiert, verstärkt sich“

„Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler und Historiker und beschäftigt sich in seinen Promotionsstudien mit der Genese des türkisch-kurdischen Konfliktes. Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf die kurdischen Aufstände im jungen türkischen Nationalstaat in den 1920er und 1930er Jahre. Zudem arbeitet er als Journalist und berichtet – unter anderem auch tagesaktuell für eine große Anzahl Twitter-Followerer – über die gegenwärtige Entwicklung in den kurdisch-geprägten Gebieten der Türkei. Er hat unter anderem den Sammelband „Kampf um Kobane – Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens“ herausgegeben. Wir haben mit ihm über die aktuelle Lage im Südosten der Türkei und im Norden Syriens gesprochen.“

Interview: „Der Eindruck, dass die genozidale Option zumindest verbal existiert, verstärkt sich“

Audiomitschnitt: „Erdogans neues Reich“

Vortrag am 10. Februar 2016 in Dresden

„Die Lage in der Türkei eskaliert zusehends. Im Süd-Osten des Landes muss mittlerweile von einem offenen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung gesprochen werden. Im restlichen Land reagiert das Regime Erdogans mit Einschränkungen der Presse- und Redefreiheit und lässt Kritiker*innen verhaften.

Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler und Journalist. Er analysiert die Konflikte in der Türkei und im Nahen und Mittleren Osten. Zu Beginn seines am 10.2. in Dresden gehaltenen Vortrags widmet er sich der Geschichte der AKP um dann zu einer Beschreibung der aktuellen Lag fortzuschreiten“

Audiomitschnitt: „Erdogans neues Reich“

Interview mit Radio Dreyeckland: Lage nach Anschlag in Ankara

„Beim Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara wurden am Mittwoch 28 Menschen getötet. Gestern gab es dann wieder einen Angriff auf die türkische Armee nahe der kurdischen Stadt Diyarbakir mit 6 Toten Soldaten. Der Krieg gegen die PKK oder anders ausgedrückt, gegen die kurdische Bevölkerung, geht derweil weiter. Über die Lage, aktuelle Spekulationen zum Anschlag in Ankara und Reaktionen darauf, auch im Hinblick auf eine drohende türkische Intervention in Syrien, sprachen wir mit dem Politikwissenschaftler und freien Journalisten Ismail Küpeli.“

Interview mit Radio Dreyeckland: Lage nach Anschlag in Ankara

Schnelle Schuldzuweisung aus dem Regierungspalast

Ankaras Erklärungen zum Tathergang zeigen einige merkwürdige Auffälligkeiten / Es droht Intervention im Norden Syriens

Bereits am Tag nach dem Anschlag in Ankara auf einen Militärkonvoi mit 28 Toten gab die türkische Regierung bekannt, dass angeblich kurdische Kräfte aus Nordsyrien für den Anschlag verantwortlich seien.

Diesmal ging es schnell. Während viele Fälle von Massentötungen in der Türkei auch nach Wochen und Monaten nicht aufgeklärt werden konnten, war es der türkischen Regierung angeblich möglich, unmittelbar nach dem Anschlag in Ankara den vermeintlichen Selbstmordattentäter zu identifizieren und die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Der Täter sei ein 24-jähriger syrischer Kurde und Mitglied der kurdischen Miliz YPG in Rojava/Nordsyrien.

[…]

Weiterlesen: Neues Deutschland (19. Februar 2016)

WAZ-Interview: „Deutschland ist nicht nur Zuschauer“

„Ismail Küpeli, der an der Ruhr-Universität Bochum zum Thema „Kurdische Aufstände in der Türkei“ promoviert, bewertet die Rolle der Bundesregierung in der Kurdenfrage differenzierter. Demnach sei Berlin nicht mehr bloß „Zuschauer in diesem Krieg“, sondern „Partner“. „Die Rolle Deutschlands hat sich seit den deutsch-türkischen Regierungsgesprächen im Januar in Berlin verschoben“, sagt der Politikwissenschaftler und verweist auf eine Erklärung beider Regierungen, die „Zusammenarbeit im rechtmäßigen Kampf gegen den Terrorismus“ weiter vertiefen zu wollen. Explizit genannt wurde dabei der Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat, die linksradikale türkische DHKP-C und die kurdische PKK.“

Westdeutsche Zeitung: „Deutschland ist nicht nur Zuschauer“ (18. Februar 2016)

radioeins-Interview: PKK für Anschläge auf türkisches Militär verantwortlich?

„Am frühen Mittwochabend detonierte in Ankara eine Autobombe neben einem Militärbus. 28 Menschen starben, mehr als 60 wurden verletzt. Heute Morgen kam es zu einem weiteren Anschlag. Ziel war ein Militärkonvoi im Südosten des Landes, bei dem mindestens acht Soldaten getötet wurden.

Der türkische Premier Davutoglu hat sich zu dem Vorfall in Ankara geäußert. Er gibt klar der PKK und der syrischen Kurdenmiliz YPG die Schuld für den Anschlag von Ankara. Trotz eines Dementi seitens der PKK, kündigte der türkische Präsident Erdogan nach dem Anschlag Vergeltung an. Die Türkei sei entschlossen, von ihrem „Recht auf Selbstverteidigung“ Gebrauch zu machen.

Darüber sprachen wir mit dem Journalisten und Politikwissenschaftler Ismail Küpeli…“

radioeins: „PKK für Anschläge auf türkisches Militär verantwortlich?“ (18. Februar 2016)

detektor.fm-Interview: Syrien-Konferenz – Gespräche über Syrien, ohne Syrer

In München verhandeln 17 Staaten, um in Syrien den Frieden wiederherzustellen. Aus Syrien selbst nimmt jedoch niemand teil, weder Machthaber Assad noch Oppositionelle oder gar Rebellen. Was kann diese Konferenz leisten?

Welche Interessen die Vertreter der internationalen Gemeinschaft im Syrien-Konflikt verfolgen und was die Syrien-Konferenz ausrichten kann, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Jennifer Stange mit dem Journalisten und Politikwissenschaftler Ismail Küpeli gesprochen.

detektor.fm: „Einen Plan, wie Syrien befriedet werden kann, haben die Europäer nicht“ (16. Februar 2016)

WDR-Interviews zu der Lage in Nordsyrien und den Angriffen auf Zivilbevölkerung

Aktuelle Stunde vom 15.02.2016: Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen bombardiert

Aktuelle Stunde vom 16.02.2016: Kein Frieden in Syrien