Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Türkei beschießt Kurden in Nordsyrien: Angriffe auf YPG-Milizen nördlich von Aleppo

Aus den Wortgefechten zwischen türkischer Regierung und kurdischen Milizen in Nordsyrien ist eine offene militärische Intervention Ankaras in die Kämpfe um Aleppo erwachsen.

Angesichts der syrischen Offensive um Aleppo, die von Russland unterstützt wird, spitzt sich die Situation in Nordsyrien zu. Die syrischen Rebellen, darunter auch islamistische und dschihadistische Gruppen wie Ahrar al-Scham und Al-Nusra-Front, laufen Gefahr, von Assad-Truppen umzingelt zu werden. Ihr Korridor zur Türkei, einer der Hauptunterstützer der syrischen Rebellen, wird indes auch von Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte und der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angegriffen.

Weiterlesen: Neues Deutschland (15. Februar 2016)

kreuzer-Interview über den IS, syrische Flüchtlinge und den Deal mit der Türkei

Mit der »Schlacht um Kobane« im Spätsommer 2014 bis hin zum Sieg der kurdischen Volksverteidigungskräfte gegen die Banden des sogenannten Islamischen Staats (IS) im Januar 2015 bekam der Syrienkrieg innerhalb der medialen Debatte eine neue Komponente. Rojava, wie das Gebiet im Norden Syriens von der dort lebenden kurdischen Bevölkerung genannt wird, wurde zum Synonym für das »andere Syrien« abseits islamistischer Oppositionskräfte und dem Assad-Regime. Ein von dem freien Journalisten und Autor Ismail Küpeli herausgegebener Sammelband thematisiert die vielseitigen Wahrnehmungen um das Phänomen Rojava zwischen autonomer Selbstverwaltung und pragmatischer Machtpolitik. Am Dienstag stellte der Herausgeber den Band im Conne Island vor. Im Interview mit dem kreuzer sprach Küpeli über die Bedeutung der Stadt Kobane für den Syrienkrieg, die Lage der syrischen Geflüchteten in der Türkei und den Bürgerkrieg gegen die kurdische Zivilbevölkerung und die fragwürdige Rolle Deutschlands darin.

kreuzer: Warum haben Sie den Titel »Kampf um Kobane – Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens« gewählt. Wie konnte der Kampf um eine mittelgroße Stadt an der türkisch-syrischen Grenze zum symbolischen »Endkampf« für eine ganze Region stilisiert werden?

ISMAIL KÜPELI: Das Entscheidende ist die symbolische Bedeutung für die kurdische Bewegung. Für den IS spielte sie keine so große symbolische Rolle wie für die kurdischen Verteidigungskräfte. Die Stadt wurde durch die Kampfhandlungen dermaßen zerstört, dass dort nach wie vor kaum ein »normales« Leben möglich ist. Die Schlacht um Kobane war aber die erste große Niederlage des IS seit seiner Einnahme der irakischen Metropole Mosul im Juni 2014. Durch diesen Sieg wurden die kurdischen Milizen der Volksverteidigungskräfte YPG und YPJ (kurdische Frauenmiliz, Anm.) immer selbstbewusster, so dass sogar ein Angriff auf die IS-Hochburg Raqqa östlich von Kobane erfolgsversprechend erscheint.

Weiterlesen: kreuzer (11. Februar 2016)

Nach »Cizre-Massaker« reißen die Proteste nicht ab

In vielen kurdischen Städten im Osten der Türkei bleiben aus Protest gegen den »Cizre-Massaker«, wie der Vorfall von kurdischer Seite bezeichnet wird, die Geschäfte derzeit geschlossen. Viele Schüler boykottieren den Unterricht. So wurde am Dienstag aus der Provinzhauptstadt Hakkari gemeldet, dass etwa 50 Pro-zent der Schüler nicht in den Schulen erschienen sind. Gegen Proteste auf den Straßen sei die Polizei telefonischen Berichten zufolge gewaltsam vorgegangen. Eine Sitzblockade in der kurdischen Metropole Diyarbakir wurde von der Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst. Es gab viele Verhaftungen. Für heute werden weitere Proteste erwartet, so etwa in der 90 000-Einwohner-Stadt Nusaybin an der syrischen Grenze.

Weiterlesen: Neues Deutschland (9. Februar 2016)

Aktuelle Stunde vom 08. Februar: „Merkels Türkei-Mission“

Interview mit WDR Aktuelle Stunde über den Besuch der Bundeskanzlerin Merkel und die deutsch-türkischen Verhandlungen um die Flüchtlingsfrage

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle_stunde/videomerkelstuerkeimission100_size-L.html?autostart=true#banner

http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/av/videodramaandertuerkischengrenze100.html

Neues Deutschland-Videointerview: Krieg in der Türkei

Im Osten der Türkei herrscht Krieg. Mit allen Mitteln geht die türkische Regierung dort gegen kurdische Gruppen und die Zivilbevölkerung vor. Doch der Westen, insbesondere Deutschland, scheint sich dafür kaum zu interessieren, sagt der Journalist Ismail Küpeli.

Grund seien die Geflüchteten, die über die Türkei ihren Weg nach Europa suchen. Es werde versucht, das Regime in Ankara als eine Art »Türsteher« vor den Toren Europas zu installieren, so der Politikwissenschaftler. Doch nicht nur die Kurden leiden unter dem autoritären Präsidenten Erdogan, auch die sozialen Bewegungen und die Medien haben mit der starken Repression zu kämpfen. Wie die Lage in der Türkei momentan aussieht, darüber haben wir mit Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Journalist, gesprochen.

Krieg in der Türkei: Ein Gespräch mit dem Journalisten Ismail Küpeli

Interview: „Ein unglaublich barbarischer Krieg“

Alp Kayserilioglu über die Lage im Südosten der Türkei, die Bedingungen für kritische Journalisten und die kurdischen Kräfte

Du bist mit anderen Journalisten in den Kriegsgebieten im Südosten der Türkei unterwegs. Was habt ihr genau vor?

Wir haben uns als »Lower class magazine« (LCM) dazu entschieden, in diese Kriegsregion zu reisen und vom Staatsterror gegen die kurdische Bevölkerung und die Ausmaße des Krieges in der Südosttürkei und in Nordkurdistan zu berichten. Wir waren und sind nach wie vor der Meinung, dass die Berichterstattung zu der hier ausufernden Gewalt und Barbarei desolat ist und die desaströsen Bedingungen hier nicht widerspiegelt. Uns haben sich einige freie Journalisten angeschlossen, die aus demselben Interesse in die Region reisen wollten. Wir liefern seit unserer Ankunft regelmäßig Reportagen und Berichte aus unterschiedlichen Teilen der Region.

Weiterlesen: Neues Deutschland (22. Januar 2016)

ZDF heuteplus: Menschen werden weiterhin fliehen

„Viele Flüchtlinge aus Syrien kommen über die Türkei nach Europa. Zusätzlich werden weitere kommen: Kurden aus dem Osten der Türkei, sagt Politikwissenschaftler Ismail Küpeli“
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ZDF heuteplus (22. Januar 2016)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/1427676#/beitrag/video/2653642/%E2%80%9EMenschen-werden-weiterhin-fliehen%E2%80%9C

Interview mit : „Die Mächtigen aber schweigen“

Professor Gazi Çaglar über den Krieg der türkischen Regierung gegen die Kurden, den Appell der »Akademiker für den Frieden« und ein tatenloses Europa

»Ein NATO-Land bekämpft seine eigene Bevölkerung mit NATO-Panzern und europäischen Waffen und Europa schweigt«: Für Professor Gazi Çaglar ein »klassischer Fall politischer Doppelmoral und Heuchelei.« Ein Gespräch über den Krieg in der Türkei.

Der Krieg in den kurdischen Gebieten der Türkei dauert bereits über sieben Monate. Wie ist die Stimmung in der Öffentlichkeit und bei der Bevölkerung?

Über die Stimmung in der Bevölkerung etwas Zutreffendes auszusagen, wird immer schwerer. Die enorme Zensur, die Gleichschaltung der Medien, die Diffamierung und Verhaftung von Journalisten und die fast vollständige Unterdrückung kritischer Stimmen erzeugt eine Atmosphäre der Angst. Kleinste Kundgebungen und Demonstrationen auf den Straßen und an den Universitäten der Türkei werden in Polizeieinsätzen niedergeknüppelt. In den kurdischen Gebieten werden ganze Kleinstädte und Stadtteile verwüstet, die Zahl der getöteten Zivilisten steigt in einem brutalen Krieg täglich.

Weiterlesen: Neues Deutschland (16. Januar 2016)

Anschlag in Istanbul: Wenige Erkenntnisse und viele Gerüchte

Nach dem Anschlag in Istanbul mit zehn getöteten deutschen Touristen wird die Spurensuche fortgesetzt. Die türkische Regierung spricht weiter von einer Täterschaft des Islamischen Staates.

Weiterlesen: Neues Deutschland (14. Januar 2016)

Mindestens zehn Touristen sterben bei Anschlag in Istanbul

Mindestens neun Bundesbürger unter den Opfern / Politiker reagieren entsetzt – aber auch Kritik an Erdogan-Regime / Ankara verhängt Nachrichtensperre

Der Anschlag in Sultanahmet zielt auf die TouristInnen, die Istanbul besuchen. Laut einigen türkischen Medien ging die Bombe in der Nähe einer deutschen Reisegruppe hoch. Demnach seien 9 der 10 Toten deutsche TouristInnen. Auch unter den Verletzten werden Ausländer vermeldet. Obwohl bisher nicht bekannt ist, wer für den Anschlag verantwortlich ist, ist die Wirkung recht offensichtlich. Der für die Türkei ökonomisch wichtige Tourismussektor soll mit diesem Anschlag getroffen werden.

Weiterlesen: Neues Deutschland (12. Januar 2016)